März 2014 archive

Kochen lieben lernen, eine Rezension

Als ich letzten Freitag aus der Klinik kam, wartete nicht nur ein Päckchen mit altem Silberbesteck, sondern auch das heiß ersehnte Kochbuch „Kochen lieben lernen“ der beiden Blogger Antonia Kögl und Benedikt Steindl von „becauseyouarehungry“ auf mich. 
Toni und Bene, ein sehr sympatisches bayrisches Pärchen, das es nach Wien verschlagen hat, konnte ich bereits letztes Jahr auf dem Foodcamp  kennenlernen. Sie bloggen äußerst erfolgreich seit Februar 2013 und ich folge ihnen gerne, da sie für mich eine große Inspiration darstellen. 


Um so gespannter war ich nun auf ihr Kochbuch, das im Styriaverlag herausgegeben wurde und im dortigen Shop erhältlich ist. Bei meinen Streifzügen durch Salzburgs Buchhandlungen habe ich das gute Stück auch dort immer wieder an sehr prominter Stelle gesehen.


Mein Zugang zu Kochbüchern ist ja ein besonderer. Zum einen koche ich so gut wie nie nach Rezept, sondern lasse mich nur inspirieren, und zum anderen kommen viele Speisen für mich auf Grund meiner Essproblematik nicht mehr in Frage. 
Leider bin ich auch im Moment wieder besonders eingeschränkt, weshalb ich das Nachkochen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben muss.


Ich schmökere nun schon seit mehreren Tagen immer wieder im Buch herum, es liegt sehr gut in der Hand und hat ein nettes, praktisches  Format.
Die Fotos sind mir größtenteils vom Blog bekannt, sie sind der Hauptgrund, weshalb ich  „becauseyouarehungry“ seit Anbeginn folge. Bewundernswert, mit wie viel Gefühl die Bilder bei ihnen zuhause geschossen werden.


Gestalterisch sieht man natürlich, dass mit Bene ein Profi am Werk ist, und hier kommt meine einzige Kritik: Die Schriftart, die für die Rezeptüberschriften gewählt wurde, ist manchmal sehr schwer lesbar, da sie überaus verschnörkelt ist. Ansonsten ist das Layout sehr peppig und frisch – genau so wie die Rezepte.
Die Rezepte sind quer durch das Gemüsebeet gekocht und bestens verständlich. Sie eignen sich auch wunderbar für Kochanfänger. Besonders die bildliche Aufarbeitung regt wirklich zum Selberkochen an und wird dem Buchtitel gerecht.
Ganz besonders gut gefallen mir persönlich die Fischfrikadellen, die ich mit Sicherheit – hoffentlich bald – in meiner Küche ausprobieren werde.


Meinen Lesern würde ich Triple vom Gemüseflan, a Glass of Spring, das Lachstatar, Italien im Glas und gelbes Gazpacho ans Herz legen, weil dies geschmeidige Speisen sind. 
Was noch besonders auffällt, ist die hübsche Deko und das Foodstyling, das zwar durchaus aufwändig erscheint, aber leicht nachzumachen ist. 
Auch ohne Rezensionsexemplar wäre dieses schöne Kochbuch in meiner umfangreichen Sammlung gelandet.

Sehr schön finde ich das Glossar am Ende des Buches, das sicher so manchem Kochneuling eine Hilfe ist.

Liebe Toni, lieber Bene, macht weiter so! Ihr seid ein tolles Team mit wunderbaren, kreativen Ideen.


Rote-Rüben-Mousse, pretty pink

Nachdem ich seit meinen langen Klinikaufenthalten hochkalorische Fertignahrung (auch bekannt als Astronautennahrung) verweigere, widme ich mich in den kommenden Tagen wieder einmal besonders geschmeidigen Köstlichkeiten. „Breiig“ wäre der Fachbegriff, aber wer isst schon gerne breiig?
Also ist Kreativität angesagt, und vor allem ist der Kühlschrank nach meiner Abwesenheit noch immer prall gefüllt.
Unter anderem habe ich ein Sackerl mit gekochten roten Rüben, Raunen, Rohnen, rote Bete, oder wie man diese Rübe auch immer nennen mag, vorgefunden.
Vitamin B, Eisen, Folsäure und Kalium enthält dieses Wunderding, hilft auch gut bei Verkühlung, und wenn man Lust und Laune hat, dann kann man sie als Farbstoff verwenden. Sollte die Färbung unerwünscht sein, kann man derartigen Flecken ganz gut mit Zitronensaft zu Leibe rücken.
Ganz besonders gut passt dieses Mousse zu geräucherter Forelle oder Saibling, vorausgesetzt, man kann diese auch essen.


Rote-Rüben-Mousse

4 Portionen

4-5 Stück vorgekochte rote Rüben
1 Esslöffel geriebener Kren (Meerrettich)
250 ml Schlagobers (Schlagsahne)
1 Spritzer Zitronensaft
1 Esslöffel Honig
3 Blatt Gelatine
Kresse


Rote Rüben klein würfeln, eine Rübe in Scheiben schneiden und als Dekoration zur Seite legen. Die Würfel mit Schlagobers sehr fein pürieren, Kren, Zitronensaft und Honig einrühren, Gelatine nach Anweisung anrühren und unter die Masse heben.
2 Stunden im Kühlschrank kalt stellen, mit einem Esslöffel Nocken ausstechen und mit Kresse und Rübenscheiben servieren.


Bohnenhummus

Bohnen-Hummus
Das Rezept habe ich schon vor einigen Tagen vorbereitet, aber da es wieder zur Reihe #Tierfreitag gehört, veröffentliche ich es auch erst heute.
Tierfrei zu kochen, ist wirklich eine große Herausforderung. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto größer ist der Spaß daran. (mehr …)

Birnen-Marzipan-Tarte

Da verkünde ich allerorts, wie viel Wert ich auf Regionalität und saisonale Lebensmittel lege, und dann kugeln ausgerechnet in meiner Küche seit einigen Tagen Birnen herum, von denen ich annehme, dass sie trotz des wunderbaren Wetters der vergangenen Tage nicht aus der näheren Umgebung stammen. Nachdem trotz mehrerer Aufforderungen die Käuferin derselben, nämlich meine jüngere Tochter, sie nicht gegessen hat, habe ich sie nun zu einer Tarte verarbeitet.
Das Rezept ist eine Anlehnung an eine alte Backanleitung aus einem Kochbuch meiner seligen Omi, in dem ich gerne schmökere. Es stammt aus den 30ern des vergangenen Jahrhunderts, und irgendwann werde ich es hier vorstellen, auch wenn es vermutlich nicht mehr im Handel ist.
Das Besondere an dieser Tarte ist die Marzipanfülle. Marzipan kann man auch selbst herstellen, aber in diesem Falle hatte ich noch eine Rolle im Vorratsschrank.


Birnen-Marzipan-Tarte

Tarteform mit 24 cm Durchmesser

Teig:
100 g zimmerwarme Butter
50 g Backzucker
1 Eigelb
150 g Mehl
2 Esslöffel kaltes Wasser

Fülle:
200 g Marzipan
75 g Backzucker
75 g zimmerwarme Butter
1 Ei
1 Eiweiß
75 g geriebene Mandeln
2 Esslöffel Speisestärke
1 Esslöffel Rum

2 Birnen
Saft einer Zitrone
4 Esslöffel Marillenmarmelade (Aprikosenkonfitüre)


Für den Teig Butter und Zucker gut verkneten, Eigelb einrühren und das Mehl sowie 2 Esslöffel kaltes Wasser hinzufügen. Eine Teigkugel formen, in Haushaltsfolie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.
Marzipan grob hacken, mit Zucker und Butterwürfeln sehr cremig rühren. Ei und Eiweiß einarbeiten. Geriebene Mandeln, Speisestärke und Rum ebenfalls hinzufügen und vermischen.
Birnen schälen, halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln
Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen und in eine gebutterte Tarteform legen, Rand hochziehen und den Boden mehrmals einstechen. Marzipanmasse einfüllen und darauf die Birnenspalten legen.
Bei 175 Grad ca. 40 Minuten backen.
Marillenmarmelade erwärmen und die Birnenspalten damit bestreichen.


Topinambur-Zucchini-Gröstl mit Salatschaum

Heute hab ich mich wieder an einem #Tierfreitag-Rezept versucht, was bei meiner Ernährungsweise gar nicht so einfach ist, außer man beschränkt sich auf Suppen und Pürees. 
Ich liebe Gröstl in jeder Form und diese Zubreitungsart lässt sich durchaus geschmeidig ausführen, indem man dem gerösteten Gemüse klare Suppe hinzufügt.
Was mir seit meiner Erkrankung absolut fehlt, ist Blattsalat, den ich nun als Smoothie zu mir nehme. 
Zu einem Gröstl passt sehr gut ein gemischter Salat. Im heutigen Rezept habe ich ihn zu Schaum verarbeitet. Das Experiment scheint gelungen und wird nun öfter auf den Tisch kommen.
Topinambur habe ich vor geraumer Zeit wieder für mich entdeckt, hervorzuheben ist der nussige Geschmack. Man kann die Schale ohne weiteres essen, man muss sie nur sehr gut reinigen. Für das Gröstl habe ich sie aber geschält.


Topinambur-Zucchini-Gröstl mit Salatschaum

2 Portionen

2 Zucchini
500 g Topinambur
1 Jungzwiebel
Olivenöl
Meersalz
grober Pfeffer
Gemüsebrühe
Basilikum
Petersil
gemischte Blattsalate (junger Mangold, Babyblattspinat, Rucola)
Zitronensaft


Zucchini, geschälte Topinambur und Jungzwiebel in kleine Würfel schneiden. In Olivenöl portionsweise anbraten. Salzen und pfeffern, gehackte Kräuter hinzufügen und mit etwas Gemüsebrühe aufgießen. Weiterköcheln lassen, bis das geröstete Gemüse geschmeidig weich ist.
Blattsalate waschen und gut abtrocknen. Mit reichlich Olivenöl und etwas Zitronensaft im Mixer fein pürieren, salzen und pfeffern.
Das Gröstl unter Verwendung eines Speiseringes, der innen mit Olivenöl bestrichen wird, anrichten und ihm den Salatschaum auf dem Teller beigesellen.

Bärlauchmousse, schön scharf

Bärlauch, auch bekannt als Waldknoblauch, wilder Knoblauch oder Hexenzwiebel, hat Hochsaison. Kaum eine Speisekarte, kaum ein Blog, der sich dem Thema entzieht.
Der wilde, scharfe Knoblauch verkündet das Ende des Winters, der in unseren Breiten heuer ohnedies nicht sehr spürbar war, und er läutet den Frühling ein. 
Wer die zarten Blätter selber sammelt, sollte dies mit Vorsicht tun, vor allem auch weit weg von Spazierwegen.
Und gesund ist der Bärlauch übrigens auch. Er enthält viele Vitamine und wird in der Naturheilkunde gerne bei Magen-Darmproblemen verwendet.


Bärlauchmousse

4 Portionen

50 g Bärlauch (2 Bund)
125 g Sauerrahm (saure Sahne)
125 g Schlagobers (Schlagsahne)
3 Blatt Gelatine
Olivenöl
Salz
Musakatnuss
etwas Zitronensaft


Bärlauch abwaschen, grob hacken und mit 2 Esslöffeln Olivenöl fein pürieren.
Sauerrahm unterrühren, Schlagobers steif schlagen und ebenfalls unterheben.
Mit Salz, etwas Zitronensaft und geriebener Muskatnuss abschmecken.
Gelatine nach Anweisung auflösen und unter die Masse heben.
2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen und mit einem Löffel nockenförmig ausstechen.
Mit Weißbrot servieren. Das Mousse passt sehr gut zu geräuchertem Fisch.




Wie das Roughcutboard in die Küche meiner Schwester kam

Das wird heute eine längere Geschichte, bei der es nebensächlich um ein Schneidbrett namens „Roughcutboard“ geht, das von Alexandra Palla, Foodbloggerin aus Wien, vertrieben wird. 
Also, wo fange ich an… ja, als ich vor beinahe zwei Jahren ein Bloggergrünschnabel war, kam mir bei meinen Streifzügen durch die weite Foodblogwelt immer wieder eine Wienerin namens Alexandra Palla unter. Auf dem damaligen Foto schien sie mir nicht bekannt, doch eines schönen Tages entdeckte ich, dass eine Uraltfreundin aus Wien mit der Erwähnten auf Facebook befreundet ist. Ich griff zum Telefon, um die Verbindung zu hinterfragen, und meine Freundin konnte sich vor Lachen kaum halten. Es stellte sich heraus, dass Alexandra Palla früher Xandi hieß und einen anderen Nachnamen trug und dass wir vor gut 20 Jahren einen wilden Urlaub an der Côte d’azur und diverse Schitage in Kitzbühel verbrachten. Die Welt ist eben doch ein Dorf! 
Und da wäre dann noch meine kleine Schwester, die unlängst erwähnte, dass sie ein tolles Schneidbrettl gesehen hätte, und ob ich denn nicht über Bloggerconnections Frau Palla kennen würde….tja, und nachdem es ohnedies immer sehr schwierig ist, die kleine Schwester zu beschenken und ein Geburtstag ins Haus steht, habe ich dann Xandi kontaktiert, die mir umgehend ein Brettl zukommen ließ.
Danke Xandi, Bussi von der Clautschi! 😉
Natürlich hab ich das wunderbare Brettl auch ausgepackt, begutachtet und für ein Fotoshooting verwendet. Darauf schneiden hab ich mich dann nicht getraut, es soll ja doch ein Geschenk werden.


Kohlrabi-Buttermilchsuppe

4 Portionen

2 Kohlrabi
1 Jungzwiebel
250 ml Buttermilch
500 ml Gemüsebrühe
Muskatnuss
Olivenöl
Salz


Kohlrabi schälen und würfeln. Die Kohlrabibätter in feine Streifen schneiden. 
Jungzwiebel klein schneiden und in etwas Olivenöl glasig dünsten, die Kohlrabiwürfel und Blätter hinzufügen, kurz durchrösten und mit Gemüsebrühe aufgießen. Köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Mit dem Mixstab pürieren. Mit Muskatnuss und Salz abschmecken. Buttermilch einrühren und nochmals erwärmen. 

Champignonfrittata

Heute wurde die neue Terrasse eingeweiht. Es fehlt zwar noch die Bepflanzung, aber die Frühlingstemperaturen haben zum Draußenessen eingeladen.
Schnell sollte es gehen und besonders geschmeidig sollte es sein, nachdem ich gerade ein kleines Zahnprovisorium mit mir herumtrage. 
Eine leichte, gestockte Eierspeis, auch als Frittata bekannt, eignet sich in so einem Fall besonders gut.
Zwiebeln und Champignons machen sie zu einer Hauptspeise.
Dazu passt gut ein gemischter Blattsalat, sofern man Salat essen kann.


Frittata mit Champignons

4 Portionen

10 Bioeier von freilaufenden Hühnern
100 ml Schlagobers (Schlagsahne)
100 g Champignons
1 kleine weiße Zwiebel
1 halber Bund Petersil
Olivenöl
grobes Meersalz
bunter Pfeffer
4 Esslöffel Parmesan


Champignons und Zwiebel sehr fein hacken und in Olivenöl dünsten.
Eier aufschlagen und mit Schlagobers gut verrühren. Salzen und pfeffern.
Das Eigemisch mit gehacktem Petersil vermengen und über die Champignons gießen.
Parmesan darüberstreuen, kurz verrühren und bei niederer Temperatur auf dem Herd ziehen lassen. Nach circa 5 Minuten einen Deckel auf die Pfanne geben und fertiggaren lassen, bis die Masse gestockt ist.

Venusmuscheln im Weißweinsud

Venusmuscheln, auch als Vongole bekannt, sind ja leider wirklich keine regionalen Lebensmittel, sonst würden sie häufiger auf meinem Speiseplan stehen. Muscheln im Sud eignen sich gut als Familienessen, da sie ohneweiters auch in Kombination mit Spaghetti gegessen werden können.
Zuppa di Vongole und Spaghetti alle Vongole sind besonders in Friaul und Venetien beliebt, am bekömmlichsten sind Vongole veraci, die grösser und schmackhafter sind.
Wichtig ist vor allem, dass die Muscheln sehr frisch und von bester Qualität sind. Geöffnete Muscheln sollen vor dem Kochen aussortiert werden, ungeöffnete nach dem Kochvorgang.
Vongole liefern Omega-3-Fettsäuren, Kohlenhydrate, Selen und Jod. Hauptsächlich bestehen sie jedoch aus Wasser.


Venusmuscheln im Weißweinsud

4 Portionen

1 kg Venusmuscheln (Vongole)
1 halbe weiße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 ml Weißwein
250 ml Schlagobers (Schlagsahne)
10 Datteltomaten
Saft einer halben Zitrone
1 Bund Petersil
weißer Pfeffer
Olivenöl


Muscheln in kaltem Wasser gut durchschwemmen, geöffnete Muscheln sofort aussortieren.
Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in reichlich Olivenöl glasig dünsten. Die Muscheln hinzufügen und bei hoher Hitze erwärmen. Mit Weißwein ablöschen, die geviertelten Tomaten ebenfalls hinzufügen und 3 bis 4 Minuten zugedeckt bei niederer Temperatur ziehen lassen. Schlagobers und Zitronensaft unterrühren und den gehackten Petersil einstreuen. Mit Pfeffer abschmecken. 
Ob die Muscheln vor dem Servieren ausgelöst werden oder mit der Schale auf den Tisch kommen, ist Geschmackssache. Ich persönlich bevorzuge die Variante mit Schale, da ich ohnedies sehr langsam esse.
Man kann die Muscheln im Sud als Hauptgang anrichten, indem man sie mit Spaghetti serviert.