Warum mein Blick in den Kühlschrank nicht immer glücklich ist

Kühlschrank

Im August werden es fünf Jahre, dass ich meine Ernährung grundlegend ändern musste. Fleisch in herkömmlicher Form, Wurstwaren, Reis, Teigwaren, rohes Gemüse, Blattsalate, viele Obstsorten, Kekse, Nüsse, um nur einiges zu nennen, all diese Lebensmittel finden heute auf meinem Speiseplan keinen Platz mehr. Der einfache Grund, ich kann das alles nicht mehr beißen, oder Kauen und oft auch nicht schlucken. Seit fast vier Jahren veröffentliche ich hier am Blog Rezepte die meinen ganz persönlichen Anforderungen angepasst sind und auch für viele Menschen mit Dysphagie in Frage kommen. Seit fast zwei Jahren engagiere ich mich auch für mehr Verständnis in der Gastronomie für Menschen mit derartigen Störungen. In den allermeisten Fällen verlasse ich Lokale auch sehr glücklich, weil im Vorfeld alles abgeklärt wird. Ich bin mit meiner Ernährung im Großen und Ganzen sehr im Reinen, trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen ich neidvoll auf fremde Teller blicke. Meist sind das Speisen aus der traditionellen Hausmannskost. Schweinsbraten wäre so ein Paradebeispiel. Ich habe für mich die Variante gefunden, dass ich mich mit Knödel und Saft zufrieden gebe, aber dieser typische Fleischgeschmack im Mund fehlt mir doch. Ich kann auch nur sehr schwer bei einem Lieferservice bestellen, was im normalen Hausgebrauch ja doch manchmal der Fall ist. Wenn ich so gar keine Lust zum kochen habe, dann kann ich nicht auf Fertigmenüs zurück greifen. Manchmal würde ich das aber durchaus praktisch finden, besonders an Tagen, an denen ich einfach müde bin, und die gibt es. Natürlich bevorzuge ich frisch gekochtes, mit ausgewählten Zutaten ich gehe ja auch leidenschaftlich gerne Lebensmittel einkaufen und ziehe im Sommer selber Gemüse. Trotzdem gibt es Tage, da würde ich gerne in den Tiefkühler greifen. Das ist die eine Seite und die andere ist, dass ich für manche Speisen einfach im Haushalt nicht die richtige Konsistenz herstellen kann. Fleisch passieren ist mir bisher noch nicht zufriedenstellend gelungen.
Nun hat es sich im vergangenen Herbst ergeben, dass ich nach dem Gewinn des Jurypreises beim Food Blog Award in Kontakt mit einem sehr namhaften deutschen Lebensmittelhersteller gekommen bin. Dr.Oetker Professional erzeugt seit vielen Jahren passierte Kost für Großabnehmer. Und seit letztem Sommer werden nun auch Fertigmenüs  für den Endverbraucher angeboten. So habe ich mich letzten Dezember zu einem ersten Gespräch auf den Weg nach Ettlingen gemacht. 10 Stunden hatte ich an diesem Tag im Zug verbracht und trotzdem dazwischen gut 3 Stunden offenbar überzeugend von meinen persönlichen Erfahrungen mit Kau- und Schluckproblemen im Alltag berichtet. Oftmals ist es ja so, dass zwar Fachleute sich technisch bestens auskennen, aber die Sichtweise von Betroffenen nicht ganz richtig einschätzen können. Und so hat es sich ergeben, dass ich mich in den letzten Wochen quer durch das Passenio-Angebot gekostet habe. Wie es mir damit ergangen ist und wie meine Zusammenarbeit aussieht, das möchte ich in den kommenden Wochen erzählen.

2 Comments on Warum mein Blick in den Kühlschrank nicht immer glücklich ist

  1. Sonja Schiff
    April 15, 2016 at 8:08 pm (1 Jahr ago)

    Bin ich sehr gespannt auf Deine Berichte!

    Antworten
    • Claudia Braunstein
      April 16, 2016 at 9:28 pm (1 Jahr ago)

      Liebe Sonja, ja das ist wirklich eine sehr spannende Kooperation, weil ich auch ein wenig hinter die Kulissen schauen kann und andererseits an meinen ganz persönlichen Erfahrungen teilhaben lasse. Betroffene sind ja besondere Fachleute. Liebe Grüße, claudia

      Antworten

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment *






%d Bloggern gefällt das: