Archive of ‘barrierefrei essen’ category

Warum mein Blick in den Kühlschrank nicht immer glücklich ist

Kühlschrank

Im August werden es fünf Jahre, dass ich meine Ernährung grundlegend ändern musste. Fleisch in herkömmlicher Form, Wurstwaren, Reis, Teigwaren, rohes Gemüse, Blattsalate, viele Obstsorten, Kekse, Nüsse, um nur einiges zu nennen, all diese Lebensmittel finden heute auf meinem Speiseplan keinen Platz mehr. Der einfache Grund, ich kann das alles nicht mehr beißen, oder Kauen und oft auch nicht schlucken. (mehr …)

Aussicht auf die kommenden Wochen, zahnlos essen


Ich habe lange überlegt diesen Artikel hier am Blog zu veröffentlichen, oder doch besser auf jener Plattform, auf der ich sehr viel über meine Krebserkrankung schreibe. Eigentlich dürfen meine Leser doch auch erfahren, wie ein Leben jenseits hübscher, barrierefreier Rezepte und Restaurantempfehlungen mit passenden Gastrezepten im Alltag aussieht.
Seit meiner Diagnose Plattenepithelkarzinom am Zungenrand und Mundboden lebe ich mit großen Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Ein großes Problem stellt dabei, die durch Operation und Bestrahlung erworbene Dysphagie, dar. (mehr …)

Paprika im Glas und nachhaltiger Gemüsebau im benachbarten Bayern.

Zu Beginn der Woche ereilte mich eine sehr kurzfristige Einladung für eine Besichtigung eines nachhaltigen Gemüseanbaues in Kirchweidach. Ja, da musste ich mich erst auf die Suche machen, auch wenn ich nicht wirklich weit entfernt lebe. Kirchweidach liegt auf der Strecke Freilassing-Landshut und direkt an der Grenze zu Österreich. Ein Ort wie viele andere in dieser Gegend, viel Landschaft und ansonsten wenig los. Außergewöhnlich ist jedoch, dass sich dort ein großer Gemüseanbau angesiedelt hat.



Kirchweidach liegt geologisch sehr günstig, somit kann Gemüsebau Steiner durch Heißwasser direkt aus der Erde versorgt werden. Geothermie nennt sich dieses Konzept, das ich bis gestern nicht wirklich wahrgenommen hatte. 



Mit einigen BloggerkollegInnen hatte ich nun die Möglichkeit den gesamten Betrieb zu besichtigen. Unglaubliche 11,8 Hektar Land befinden sich unter einem riesigen Glasdach. Tomaten wachsen hier vom Frühling bis in den späten Herbst. Im Winter, wenn die Sonneneinstrahlung zu gering ist, wird das gesamte Gebäude gereinigt. Der Strom wird zum größten Teil aus Sonnenenergie gewonnen. Somit arbeitet der Betrieb beinahe autark. Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit ist natürlich auch die Pestizidfreiheit. Hummeln kümmern sich um die Bestäubung der Blüten und gegen Schädlinge werden Nützlinge eingesetzt.


Als zweite Produkt, werden mehrere Paprika-Sorten hergestellt. Und davon durfte ich eine ganze Tasche vollgefüllt mit frisch geernteten Früchten mit nach Hause nehmen. 
Dazu passend gibt es heute ein wunderbares Rezept für Paprika-Mousse im Glas. 

Paprika-Mousse im Glas

2 Portionen

2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
Olivenöl
Meersalz
2 Kaffeelöffel Agar Agar
weißer Pfeffer
1 halber Bund Petersil



Paprika vierteln, Stiele und Kerne entfernen und mit der Hautseite nach oben auf ein Backblech legen. 20 Minuten bei 200 Grad grillen bis die Haut braun ist. Aus dem Rohr nehmen und mit einem feuchten Tuch abdecken. Die Haut lässt sich nun gut ablösen. Die Paprikaschnitten je nach Farbe jeweils fein pürieren. Wer ein ganz feines Mousse benötigt, kann die Masse noch durch ein Sieb streichen. Salzen und mit Pfeffer abschmecken.  Jeweils in einem Topf erhitzen und sofort Agar Agar einrühren. Mindestens 2 Minuten gut verrühren. 
Petersil sehr fein hacken, bei Bedarf pürieren und mit Olivenöl  zu einem Pesto vermengen. 
Eine Schicht mit rotem Paprika in Gläser füllen, fest werden lassen. Petersil-Pesto darauf geben und mit gelben Paprika-Mousse auffüllen. Als Topping nochmals Petersil-Pesto auftragen.



Veranstaltet wurde die Besichtigung von der REWE Group, schön, dass ich als Österreicherin nach Bayern fahren durfte.

Süßer Polentabrei


Das intrafamiläre Zahnproblem ist nun schon seit einigen Tagen ad acta gelegt – es war ohnedies lange genug präsent. Trotzdem möchte ich heute noch ein Rezept vorstellen, das sich bei akuten Zahnschmerzen besonders gut eignet. Eigentlich ist mir seit meinen langen Klinikaufenthalten Brei in jeglicher Form zuwider, aber die weiche, süße Polenta ist eine rühmliche Ausnahme und reiht sich in die Kategorie „Herbstliches Soulfood“ ein. Natürlich kann dieser Brei auch kleinen EnKERLn serviert werden. Vielleicht sollte ich das auch einmal tun, wenn der kleine Augenstern wieder zu Besuch ist.
Ich verwende gerne meinen hausgemachten Maiwipferlhonig, von dem noch ein Glas im Vorratsschrank steht. Natürlich kann man jede andere Honigart in den Grießbrei einrühren.

Süßer Polentabrei

4 Portionen

500 ml Milch
100 g feiner Maisgrieß (Polenta)
1 kleiner Löffel Zimt
2 Esslöffel Honig
2 Esslöffel Butter

Milch unter ständigem Rühren erwärmen und den Grieß einrieseln lassen. 3 bis 4 Minuten bei mittlerer Hitze weiterrühren. Zimt, Honig und Butter untermengen. Sollte der Brei zu dick sein, kann noch warme Milch nachgegeben werden.

Geschmeidige Forelle im Glas

Heute kommt mein zweites Rezept zum Thema *der Mann hat Zahnschmerzen*.
Irgendwie hat uns diese Problematik in den letzten Tagen familiär ziemlich begleitet, nicht nur der Gemahl hat beinahe zehn Tage mit seinen zwei ramponierten Backenzähnen herumlaboriert, nein, ich habe dann aus lauter Solidarität auch noch einige Besuche auf meiner Heimatabteilung der Kieferchirurgie absolviert. Naja, bei mir ist das ja beinahe Alltag, dass meine verbliebenen Zähne unpässlich sind.
Wie schon beim letzten Rezept habe ich auch dieses Mal ein kaltes Fischgericht mitgebracht. Ich hatte tatsächlich vergessen, dass man bei offenen Wunden im Mund, wie eben bei einer Zahnextraktion, nur Kühles oder Kaltes zu sich nehmen sollte. Der Zahnarzt hat mir kurz den Hinweis mit auf den Nachhauseweg gegeben. 
Fisch ist mein Fleischersatz, ich habe ihn immer schon gerne gegessen und nun gab es einige Tage vermehrt cremige Fischvariationen. Sie sind sehr schnell zubereitet und geschmacklich hervorragend.

Forellenmousse



Forellenmousse mit Zitronenobers

2 Portionen

150 g Räucherforellenfilet
1 Zweig Dill
weißer Pfeffer
Zitronensaft
250 ml Schlagobers (Schlagsahne)

Forellenfilet in grobe Würfel schneiden un mit 125 ml Schlagobers im Blender oder mit dem Mixstab fein pürieren. Mit etwas Pfeffer abschmecken und einen Spritzer Zitronensaft und dem sehr fein gehackten Dill vermischen.
Schlagobers steif aufschlagen, etwas Zitronensaft einrühren.
Mousse in kleine Gläser füllen und das Obers mit einem Spritzsack auftragen.

Forellenmousse




Schaum vom Graved Lachs, der Gatte hat Zahnschmerzen

Ich schlage mich ja nun seit über drei Jahren mit meiner besonderen Nahrungsaufnahme herum, aber wenn ein Familienmitglied mit Zahnproblemen kämpft, dann ist das wieder etwas ganz anderes. Dass Männer einen besonderen Hang zur Theatralik im Zusammenhang mit Schmerzen jeglicher Art haben, brauche ich wohl nicht extra erwähnen. Und das Zahnarztbesuche im Allgemeinen keine Freudensprünge hervorrufen , steht wohl auch außer Acht. 
So geschah es , dass der Gatte bereits Mitte letzte Woche mit einer relativ unförmigen Backe nach Hause kam, jammernd, versteht sich. Mehrmalige Angebote ihn zum Zahnarzt oder in meine zweite Heimat , die Kieferchirurgie zu chauffieren, fruchteten dann erst vorgestern am Montag. Jetzt ist er zwei Backenzähne los, die Wange ist immer noch geschwollen und wirklich essen wird er wohl erst in ein paar Tagen können. Das ist es dann halt schon sehr praktisch wenn die Frau ohnedies geschmeidig kocht. 
Der Zahnarzt empfahl nur kalt zu essen, da eignet sich natürlich ein samtiges Fischmousse besonders.



Schaum vom Graved Lachs

2 Portionen

100 g Graved Lachs
250 ml Schlagobers (Schlagsahne)
1 Zweig Dill
1 Kaffeelöffel Zitronensaft
weißer Pfeffer

Lachs grob hacken und mit der Hälfte des Obers im Blender fein pürieren. Mit Zitronesaft und etwas Pfeffer abschmecken.Kühl stellen.
Die andere Hälfte des Obers mit fein gehacktem Dill aufschlagen oder im Sahnespender aufbereiten. 
Lachsmasse mit einem Löffel zu Nocken formen und mit dem Dillobers garnieren.


Zucchiniauflauf

Seit Tagen haben wir hier Temperaturen wie sonst Ende September. Manchmal steigt das Thermometer kaum über 15 Grad – und das Mitte August! Es wäre eigentlich ein Grund, ordentlich herumzujammern.
Dafür erhalte ich ständig von Freunden, Bekannten, Verwandten, Freunden und Bekannten meiner Kinder, zusammengefasst: von Gartenbesitzern, frisches Obst und Gemüse geschenkt. Unter anderem Zucchini in allen Formen und Farben. Ich muss ja fast glücklich sein, dass meine eigenen Dachterrassen-Zucchinistauden nach der ersten großzügigen Ernte den Geist aufgegeben und trotz bestem Zureden nur mehr männliche Blüten hervorgebracht haben. Meistens verbrate ich dieses Kürbisgemüse oder zaubere eine geschmeidige Suppe.
Heute hab ich die Zucchini fein geraspelt und zu einem schnellen Auflauf verarbeitet.
Wenn man Salat essen kann, dann passt ein wunderbarer grüner Salat mit Kernöl dazu.


Zucchiniauflauf

2 Portionen

1 großer gelber Zucchino
1 kleine rote Zwiebel
1 Ei
200 ml Sauerrahm
30 g geriebener Emmentaler
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Die Enden des Zucchino entfernen und die Frucht mit der Schale fein raspeln. Gut ausdrücken und die Flüssigkeit durch ein Sieb abrinnen lassen.
Sauerrahm und Ei verrühren, Zucchinimasse unterheben und mit dem Rest vermischen. Salzen und pfeffern.
Auflaufform mit Olivenöl auspinseln und die Masse einfüllen. Mit dem geriebenen Käse bestreuen. 30 Minuten im Rohr bei 170 Grad mit Umlauft backen und danach für 5 Minuten die Grillfunktion zuschalten.


Tortillacreme oder was von der Fete übrig blieb

Mein Jüngster, der die Teenagerphase auch schon seit ein paar Jahren hinter sich hat, hat gestern mit ein paar Freunden eine Tortilla-Fete geschmissen. Da wurde gehobelt, geschnitten, gerührt und gebraten, bis die mütterliche Küche kaum mehr zu erkennen war. 
Ich versuche dann immer, in den „Ich schau nicht hin“-Modus zu schalten, was mitunter sehr schwierig ist. Das morgendliche Chaos war überschaubar, dafür fand ich eine große Schüssel mit Mais, Bohnen und sonstigem Zeug im Kühlschrank: die Reste der Fülle für die Tortillas. 
Nein, ich präsentiere jetzt kein Tortillarezept, weil ich dergleichen ohnehin nicht essen kann. Ich gebe vielmehr ein Beispiel, wie sich die Reste barrierefrei verwerten lassen. Eigentlich versuche ich ja, mein Essen nicht zu pürieren, weil mich das so sehr an meine lange Rekonvaleszenzzeit erinnert, aber um diese Creme herzustellen, musste ich dennoch zum Mixstab greifen. 
Der Mais kann natürlich auch frisch vom Feld kommen. In diesem Fall kocht man ihn vor.

Tortillacreme

2 Portionen

1 Dose Mais
1 Dose Kidneybohnen
1 weiße Zwiebel
2 Eiertomaten
1 halber gelber Parpika
1 halber roter Paprika
3 Esslöffel Olivenöl
2 Esslöffel Aceto Balsamico


Zwiebel in Ringe schneiden. Tomaten und Paprika würfeln, mit Bohnen und Mais vermengen. Öl und Aceto Balsamico untermischen. Das Gemüse einige Stunden ziehen lassen. Anschließend mit einem Stabmixer oder Mixaufsatz fein pürieren.


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