Löwenzahnblüten-Honig á la Omi

Löwenzahnblütenhonig

Nach dem beliebten Maiwipferlhonig, den ich auch sicher heuer wieder herstellen werde, sobald die Fichtentriebe groß genug sind, möchte ich euch ein weiteres Honigrezept vorstellen. Ich erinnere mich an meine Kindheit, in der echter Bienenhonig ein Luxusartikel war, außer man kannte einen Imker. Meine selige Omi, bei der ich auch aufwuchs und die viele Jahre bis zu ihrem Tod bei uns lebte, verwendete ständig Gewächse die rund ums Haus wuchsen. Nicht nur das  Gemüse aus dem eigenen Garten oder Obst von den Bäumen, sondern allerlei was die Natur so bot. Wildkräuter wurden als Würze verwendet oder für medizinische Anwendungen. Aus Löwenzahnblättern entstand Röhrlsalat, so die österreichische Bezeichnung, und aus den Blüten wurde Honig hergestellt. Leider gibt es dazu kein schriftlich überliefertes Rezept, aber ich habe meiner Omi oft genug über die Schulter geschaut. Außerdem war es die Aufgabe von uns Kindern, die Blüten zu sammeln. Löwenzahnblüten-Honig ist vegan und es wird ihm positive Wirkung bei Halserkrankungen und Husten nachgesagt. Ich esse ihn gerne mit Ziegenfrischkäse oder mit Naturjogurt verrührt. Auf Grund des hohen Zuckergehaltes eignet er sich sehr gut zum Süßen.

Löwenzahn

Löwenzahnblüten-Honig á la Omi

200 g Löwenzahnblüten
1 l Wasser
1 kg Rohrohrzucker
2 Zitronen
2 Zweige Rosmarin
frische Thymianstängel
Minzeblättchen

Die Blüten gut ausschütteln, damit keine Insekten mitgekocht werden. Zitronen vierteln. Blüten in 1 Liter Wasser mit Zitronen und Gewürzen ca. 2 Stunden stehen lassen, danach aufkochen und 3 bis 4 Stunden leicht köcheln lassen. Über Nacht auskühlen und anschließend durch ein Sieb abseihen. Zucker in die Flüssigkeit geben und kurz aufkochen und solange leicht köcheln lassen bis die Masse Fäden zieht. Noch im warmen Zustand in verschließbare Gläser füllen und kopfüber auskühlen lassen.

Löwenzahnblüten-Honig

Dieser Beitrag erscheint anlässlich des ZEIT Kochtags 2016, einem bundesweiten Aktionstag am 22. April, der Menschen dazu anregen soll, selbst zu kochen und sich mit ihrem Essen bewusst auseinanderzusetzen.

8 Comments on Löwenzahnblüten-Honig á la Omi

  1. sassi
    April 19, 2016 at 2:31 pm (1 Jahr ago)

    mei, da muss ich auch an meine eigene omi denken. <3

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    • Claudia Braunstein
      April 19, 2016 at 6:41 pm (1 Jahr ago)

      Meine hat uns leider vor 11 Jahren mit gesegneten 90 Jahren verlassen. Die hätte mit dem Blog eine große Freude und würde sich ständig ablichten lassen.

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  2. Margit Kunzke
    April 20, 2016 at 4:01 pm (1 Jahr ago)

    Meine Großmutter hat zwar keinen Löwenzahnhonig zubereitet, aber Löwenzahnhustensaft. Dafür werde ich Deinen Löwenzahnhonig jetzt nachkochen. Ich bin gespannt, wie der mit den viel kleineren, spanischen Löwenzahnblüten schmecken wird.

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    • Claudia Braunstein
      April 26, 2016 at 7:57 pm (1 Jahr ago)

      Liebe Margit, an den Saft kann ich mich auch noch erinnern. Lass mich wissen, was herausgekommen ist. Liebe Grüße, Claudia

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  3. Franzy vom Schlüssel zum Glück
    Mai 8, 2016 at 7:17 pm (1 Jahr ago)

    hmmm..
    ja, den ha tmeine Tante auch immer gemacht…
    wäre wirklich mal Zeit es selbst auszuprobieren.

    Viele liebe grüße

    Franzy

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    • Claudia Braunstein
      Mai 15, 2016 at 10:08 pm (1 Jahr ago)

      Ich mache jedes Jahr irgendeinen Honig selber, kann ich nur wärmstens empfehlen. Liebe Grüße, Claudia

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  4. Angela
    April 22, 2017 at 8:30 am (6 Monaten ago)

    Klingt sehr lecker! Was ich fragen wollte, muss ich die gelben Blüten von dem grünen Kraut drum herum befreien? Oder kann ich das grün dran lassen? Ich habe gelesen mit grün wird der Honig bitter? Die Stengel sind natürlich schon ab!;-)
    Vielen Dank für ihre Hilfe!
    Und PS, super Blog!

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    • Claudia Braunstein
      April 22, 2017 at 4:43 pm (6 Monaten ago)

      Hallo Angela, ja, aus meiner Erfahrung weiß ich, dass auch die kleinen grünen Blätter leicht bitte sind. Ich entferne sich aber trotzdem nicht zur Gänze. Gute Gelingen, liebe Grüße, Claudia

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