Zuckerfrei auswärts essen; Interview mit Eva

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Heute darf ich in meiner Serie *Nachgefragt* meine Salzburger Bloggerkollegin Eva von Individualisten vorstellen. Auch sie kenne ich aus unserer Stammtischrunde, die monatlich stattfindet.

Liebe Eva,
danke, dass du mir einige Fragen beantworten möchtest.
Wie du weißt, lebe ich seit meiner Krebserkrankung mit einer massiven Einschränkung in der Nahrungsaufnahme, was mir nicht nur im Alltag Mühen bereitet, sondern ganz besonders, wenn ich auswärts essen gehe. Viele Menschen wählen für sich, meist aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen, besondere Ernährungsformen. Wie zum Beispiel vegan oder zuckerfrei. Mich würde nun interessieren, wie der Umgang in der Gastronomie mit solchen *Sonderwünschen* geschieht.

Danke liebe Claudia für deine tollen Fragen und die Möglichkeit dir Rede und Antwort zu stehen.
Welche Ernährungsform hast du für dich gewählt und aus welchen Gründen?
Eigentlich ist meine Ernährungsweise nicht wirklich in eine Kategorie zu stecken. Ich ernähre mich biologisch, möglichst regional, so natürlich wie möglich und zuckerfrei. Außerdem basiert meine Ernährungsweise auf viel, viel buntem Gemüse. Die Gründe für diese Entscheidung sind schlicht und ergreifend mein Wohlbefinden und meine Gesundheit. Ich selbst habe eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit und war daher gezwungen meine Ernährungsweise etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. So kam es dann auch zu der Ernährung ohne Industriezucker oder stark fruchtzuckerhaltige Lebensmittel. Je mehr ich mich dann mit dem Thema Ernährung beschäftigt habe umso faszinierter war ich und so hat sich im Grunde aus reiner Überzeugung meine heutige Ernährungs- und Lebensweise entwickelt. Im Vergleich zu damals fühle ich mich heute pudelwohl, energiegeladen, ausgeglichen und auch meine Gesundheit und vor allem mein Immunsystem sind stärker denn je. Ich hab das Thema sogar zum Beruf gemacht und inspiriere Menschen auch auf meinem Blog Individualisten.at  zu einem ganzheitlich gesunden Ernährungs- und Lebensstil.
Seit wann lebst du mit deiner Ernährung und wie setzt du das in deinem Arbeitsalltag um?
Seit rund 4 Jahren schon. Was meinen Arbeitsalltag betrifft, ist Vorbereitung für mich das Um und Auf. Wenn man in meine Handtasche schaut, findet man immer einen selbstgemachten Müsliriegel, ein paar Überbleibsel vom Abendessen oder einen grünen Smoothie. So gehe ich das Risiko gar nicht erst ein irgendwo vor die Qual der Wahl gestellt zu werden und bin immer versorgt wenn sich etwas Hunger einschleicht. Ganz abgesehen davon macht mir die Vorbereitung Spaß und dauert wirklich nicht lange.
Wenn du auswärts isst, erkundigst du dich immer schon vorab?
Meistens, ja! Mit meiner Ernährungsweise hab ich mir das mit dem auswärts Essen ziemlich schwer gemacht. Kaum ein Restaurant kocht in unseren Breitengraden biologisch, achtet auf die Qualität der Lebensmittel oder geht sparsam mit Zucker um. Ganz im Gegenteil. Man möchte gar nicht glauben wo überall wirklich viel Zucker drinnen ist. Zugegeben: Meine Ansprüche an Restaurants sind hoch. Aber ich denke das dürfen sie sein wenn es um das eigene Wohlbefinden geht. Bevor ich also in ein Restaurant gehe, werfe ich meistens einen Blick auf die Online-Speisekarte und auf die Philosophie des Lokals. Meistens überlege ich schon vorab was für mich passend ist und entscheide dann ob es vielleicht schlauer ist vor dem Essen noch zu Hause eine Kleinigkeit zu konsumieren. Ärgerlich finde ich oft, dass Online-Karten manchmal rein gar nichts mit der eigentlichen Karte zu tun haben und offenbar nie aktualisiert werden. Und ich denke ich gehöre zu den wenigen Menschen die diese neuen, verpflichtenden Kennzeichnungen spitze findet. Gerade wenn man eine Unverträglichkeit hat, erleichtert das den Besuch meiner Meinung nach ungemein und ich finde sie könnten ruhig noch erweitert werden.
Wenn du spontan essen gehst, findest du immer etwas auf Speisekarten?
Nein. Deshalb gehe ich auch selten spontan essen und suche mir eher Lokalitäten raus die zu mir und meiner Ernährungseinstellung passen. Das macht irgendwie mehr Spaß.
Wenn nicht, wie reagieren die Mitarbeiter in den Lokalen?
Etwas verwundert wenn ich dann nur einen Tee bestelle aber bisher hat meine Begleitung meist etwas konsumiert und da bin ich dann nicht so aufgefallen. Manchmal wird man auch explizit gefragt ob man keinen Hunger hätte. Dazu fällt mir dann aber Gott sei Dank meistens eine schlagfertige Antwort ein die weitere Fragen erübrigt. Spätestens wenn ich nämlich bei dem Wort „zuckerfrei“ lande, schalten die Meisten ab oder ich darf mich auf die Meldung: „Man muss sich schon noch etwas gönnen“ freuen. Ganz nebenbei bemerkt: das mit dem Genuss funktioniert auch super ohne Zucker. ☺
Ist es dir schon passiert, dass du ein Lokal ohne zu essen verlassen hast?
Ja! Ich steh zu meinen Prinzipien und wenn ich nicht schon kurz vorm Hungerkollaps stehe, dann passe ich lieber.
Wenn du privat eingeladen bist, gibt es da immer etwas Passendes für dich?
Ja. Meine Bekannten wissen wie ich mich ernähre und erkennen schnell, dass meine Ernährungsweise nicht recht kompliziert ist. Außerdem fragen sie zur Not nach bevor sie ein Menü planen. Ein positiver Effekt von solchen Situationen ist außerdem, dass Bekannte dadurch selbst oft zu einer gesünderen Ernährungsweise angeregt werden.
Hier noch ein Rezept welches beweist wie gut „zuckerfrei“ und „natürlich“ sein kann.

Avo Mousse

Avocado-Kakao-Mousse

Zutaten für eine Person

1/2 reife Avocado
1 EL rohes Kakaopulver
3 EL Kokosmuß
1 EL Reissirup
2 Medjool Datteln, entkernt
1/2 TL Vanillepulver

Alle Zutaten in einem guten Mixer miteinander vermengen bis sich eine cremige Masse ergibt. Mit Kakaonibs (rohe Stückchen der Kakaobohne) und frischen Beeren (Himbeeren, Blaubeeren oder Kirschen) garnieren, kalt stellen und servieren.

Eva Profil

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