Didi Maiers Kinder-Küchen-Party

Vor Kurzem kam die Anfrage, ob ich sehr spontan, innerhalb eines Tages an einem Kinderkochkurs in  Didi Maiers neuem Lokal im Europark in Salzburg teilnehmen möchte. Das klang ziemlich spannend und nachdem ich Zeit hatte, packte  ich meine Camera in die Handtasche und traf mich mit meiner Bloggerkollegin Sonja im Didilicious, das erst heuer im Herbst neu eröffnet wurde. Ich war bereits zweimal in diesem gut durchdachten Lokal zum schnellen Mittagstisch und es ist für mich eine Alternative zu meinem Lieblingsasiaten Yao Yao, der ebenfalls in Salzburgs größtem Einkaufscenter untergebracht ist. Meist sind derartige Shoppingtempel nicht mit kulinarischen Highlights gespickt, aber das Didilicious ist durchaus ein Ort, den ich auch ohne Einkäufe im Center ansteuern würde.


Ich sollte dort natürlich nicht als Teilnehmerin antreten, sondern viel mehr als berichtende Beobachterin. Das tat ich in diesem  Fall natürlich sehr gerne, weil ich es als sehr wichtig empfinde, Kindern einen vernünftigen und interessanten Zu- und Umgang mit Lebensmitteln und deren Verarbeitung nahe zu bringen.


Also habe ich mich unter das schnippelnde, rührende und kochende Jungvolk gemischt und ein wenig gelauscht, was Herr Maier den kleinen Lehrlingen so erzählt. Er erklärte zum Beispiel wie man den davor selber hergestellten Nudelteig zu Ravioli verarbeitet. Wirklich erstaunlich mit welcher Fingerfertigkeit die jungen Damen und Herren die flachen Scheiben mit diversen Füllungen zu kleinen Teigtaschen formten. Ich erfuhr auch welche Zutaten dafür verwendet wurden. Einer der jungen Herren umwickelte mit großer Konzentration  Shrimpsfarce mit dem Teig, während andere Taschen mit Pilzen, Tomaten oder Sprossen gefüllt wurden.


Danach wurde Obst geschält und geschnitten um mit dem Entsafter die Grundlage für die Nachspeise herzustellen.


Es wurde wirklich spektakulär, denn Didi holte aus einem der Metallschränke eine Flasche mit flüssigem Stickstoff und befüllte damit einen riesigen Topf. Was danach geschah, sah auch ich zum ersten Mal live. Aus dem dampfenden Topf wurde tatsächlich cremiges Speiseeis gezaubert. Zuhause wird das eher nicht möglich sein, wer hat schon flüssigen Stickstoff im Küchenschrank. Es war jedenfalls für die Kinder ein toller Abschluss in der Küche.

Gegessen wurde natürlich auch, Die anwesenden Eltern sassen am Stammtisch und frühstückten gemütlich und den kleinen Köchen wurden Bandnudeln und das selbstgemachte Eis serviert.



Danach gab es noch kleinen Schokoladen-Guglhupf, denn eines der Fräuleins feierte Geburtstag und das war auch der Anlass des Kochkurses.


Ich habe die Gelegenheit ergriffen, um mich sowohl mit den Teilnehmern, als auch den Eltern zu unterhalten, wie es denn im realen Alltag mit den Kochkünsten des Nachwuchses aussehen würde.
Zirka die Hälfte der Kochlehrlinge erzählte ziemlich freimütig, dass man zu Hause eher weniger den Kochlöffel schwingen würde. 
Um so erfreulicher, dass solche Angebote, wie von Didi Maier mit so viel Euphorie angenommen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass in manchen Haushalten nach diesem Samstagvormittag zumindest für einen gewissen Zeitraum, das Erlernte auch umgesetzt wird.

Es wäre wünschenswert, dass Heranwachsenden die Welt des selber Kochens und die Wertschätzung von Lebensmitteln viel öfter nahe gebracht wird. Leider haben immer weniger Kinder den Zugang zu natürlichen Lebensmitteln und viele kennen es auch nicht mehr, dass daheim frisch gekocht wird. So manche wissen nicht wie Kartoffel wachsen und auch der Mythos, dass Kühe lila wären, hält sich hartnäckig.

Hätte ich noch Kinder im passenden Alter, dann würde ich sie zu Didi Maiers Küchenparty für Kinder schicken. Ich werde wohl warten bis mein Enkel in ein paar Jahren groß genug ist.


4 Comments on Didi Maiers Kinder-Küchen-Party

  1. Toettchen
    November 23, 2014 at 2:42 pm (2 Jahren ago)

    Du sprichst mir aus der Seele und alle paar Monate schicke ich einen Hilfeschrei ins Netz. Leider kommen solche positiven Veranstaltungen für Kinder viel zu selten vor. "Die Kinderkarte" – diese Vereinbarung zwischen Küche und Eltern beim kleinsten gemeinsamen Nenner, ist mir ein Graus. Bei meinen Kindern hat es gefruchtet und sie kochen inzwischen auch, bewusstes Kochen!

    Herzliche Sonntagsgrüße vom nebligen Bodensee
    Toettchen

    Antworten
  2. Claudia Sassomarrone
    November 23, 2014 at 5:47 pm (2 Jahren ago)

    Hallo Toettchen, meine vier inzwischen erwachsenen Kinder haben niemals aus einer Kinderkarte bestellt, weil sie auch zuhause nicht mit Mickey-Mouse -Teller oder Pipi-Langstrumpf-Würtschl aufgewachsen sind. Ja, ich finde es wirklich bedauerlich, dass viele Kinder mit Fertignahrung gefüttert werden. Auch wenn man berufstätig ist, kann man noch selber kochen, niemand hat täglich den Anspruch auf ein Viergang-Menü. Ich finde es aber auch nicht verurteilenswert, wenn man manchmal einen Ausreisser macht, man kann seine Nachkommen ja kaum von anderen Ernährungsweisen fernhalten. Schönen Abend noch, Claudia

    Antworten
  3. @yvonnekocht
    November 23, 2014 at 6:19 pm (2 Jahren ago)

    Hm, ob Didi Maier wohl begeistert wäre, wenn ich einen Haufen 5-jähriger zu einem Kochkurs anmelden würde? Ich befürchte, ich muss noch 1-2 Jahre warten. Ich habe so einen Mini-Foodie daheim, dem würde das bestimmt gefallen!
    Wobei ich für Kinderkarten wohl eine Lanze brechen muss: Es gibt mittlerweile viele Restaurants und Gasthäuser, wo es Kinderteller gibt, die nicht nur Mini-Wienerschnitzel, Fischstäbchen und Würstlspieß beinhalten, sondern oft sogar sehr gemüse-lastige Gerichte! Und eigentlich immer bietet sich die Möglichkeit, eine kleine Portion eines normalen Gerichts zu bestellen!

    Antworten
  4. Claudia Sassomarrone
    November 23, 2014 at 6:36 pm (2 Jahren ago)

    Liebe Yvonne, ich könnte mir denken, dass ein Haufen 5jährige Flöhe eine ziemliche Herausforderung ist. Da würde ich eher noch zwei Jahre warten. Ich bezog meine Kinderkartenerfahrungen auf vergangene Zeiten, ich schaue heute äußerst selten auf Kindermenüs, wird sich aber mit dem Enkerl wohl ändern 😉 Liebe Grüße durch die Stadt, Claudia

    Antworten

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Comment *






%d Bloggern gefällt das: