Milch & Käse, eine Rezension

Im Rahmen der Aktion #jteb, jeden Tag ein Buch, darf ich heute ein Buch vorstellen, das einen sehr persönlichen Wert für mich hat, denn es war das erste Kochbuch, das ich nach meiner Erkrankung im Jahr 2011 beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung fand.
Auf Grund meiner Essenseinschränkungen suchte ich nach Inspirationen für die Umsetzung meiner Kochideen, die darauf basieren, möglichst weiche, cremige und trotzdem ansehnliche, genussvolle Rezepte zu erstellen.


Schon in der Buchhandlung fiel mir dieses Exemplar durch seine Umschlaggestaltung auf, und das Cover war sicher mit ein Grund für meine Kaufentscheidung.
Eine sehr ansprechende Bildgestaltung zieht sich durch das gesamte Buch wie ein roter Faden, und so ist nahezu jedes Rezept durch ein dekoratives Portraitfoto belegt. Visuell ist das Buch größtenteils im Vintage- und im Shabby-Chic-Stil gehalten, weshalb es äußerst heimelig und bodenständig wirkt.
Ohne überladen zu erscheinen, sind die Rezepte selbst sehr umfangreich und bemerkenswert genau beschrieben. Durch eine derartige  Präzision zeichnet auch die Inhaltsangabe aus. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass die Arbeitsgänge und alle sonstigen Informationen einen äußerst schlüssigen Eindruck machen. Nun zum Inhalt des Buches.
Wie der Titel schon sagt: Hier dreht sich alles um Milch und Käse. In mehreren Kapiteln wird ihre Herstellung und Verarbeitung so informativ wie detailgetreu beschrieben. Dabei lässt es sich die Autorin auch nicht nehmen, die historischen Hintergründe umfangreich zu schildern. Ein ganzes Kapitel widmet sie der Begriffserklärung und erhellt von „affinieren“ bis „überreif“ zahlreiche Fachausdrücke auf dem Gebiet der Milchprodukte. Bis zur Lektüre dieses Buches wusste ich zum Beispiel nicht, was „Annatto“ oder „dicklegen“ bedeutet.



Das gesamte Werk gliedert sich in zwei große Abschnitte, einerseits „Milch, Sahne und Butter“ und zum anderen die Kategorie „Käse“. Beide Teile sind ihrerseits noch weiter untergliedert.
Die Bandbreite der Rezepte erstreckt sich von Suppen und anderen Vorspeisen über Hauptspeisen bis hin zu den Desserts und Kuchen. Auch sind die Rezepte selbst sehr vielseitig. Es irrt sich nämlich, wer da denkt, es würden ausschließlich Milchprodukte verwendet. Milch und Käse werden einfallsreich mit Fisch und Fleisch verbunden. Selbst Altbekanntes wie Gnocchi alla Romana, Sauce Hollandaise oder Panna Cotta findet sich in diesem Kochbuch wieder.
Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf unbekannten Kreationen wie Risotto mit Lauch, Taleggio mit Äpfeln, Zucchini-Halloumi-Küchlein oder Zwiebeln mit Ziegenkäse-Tomaten-Füllung. Echte Klassiker wie Kalbsschnitzel alla Parmigiana, Käsefondue oder Französische Zwiebelsuppe finden allerdings genauso ihren Platz. Für meine speziellen Bedürfnisse eignen sich Aligot (ein Käse-Kartoffel-Püree), Stiltonsuppe oder Roquefort Soufflé.
Mein ganz persönliches Fazit: Auch nach gut zwei Jahren greife ich immer noch gerne zu diesem überaus gelungenen Buch, weil es tatsächlich viele Ideen enthält, die ich in meiner eigenen Küchenpraxis problemlos umsetzen kann. Wer auf der Suche nach Informationen und unaufgeregten Rezepten mit Milch und Käse ist, dem kann ich dieses schöne Kochbuch jederzeit ans Herz legen. Vor allem, wenn man sich mit Nahrungsmitteln und ihrer Herstellung ein wenig näher beschäftigt, ist „Milch & Käse“ ein ideales Nachschlagewerk.




Leanne Kitchen: Milch & Käse
Originaltitel „The Dairy“
255 Seiten, gebunden ab € 12,76

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