Gluten- und laktosefrei auswärts essen; Interview mit Anna Greta

Mango Karotten Suppe glutenfrei

Heute darf ich euch für meine Serie *Nachgefragt* eine sehr liebe Kollegin aus er Reiseszene vorstellen. Anna Greta erzählt über ihre Reisen mit ihren Ess-Einschränkungen. Aber lest doch bitte selber. Und als Draufgabe gibt es noch eine barrierfreie Suppe, die auch für Zöliakie Betroffene geeignet ist.

Anna Greta glutenfrei reisen

Welche Ernährungsform hast du für dich gewählt und aus welchen Gründen?
Ich ernähre mich gluten- und laktosefrei. Dazu müsste ich auch noch auf Soja verzichten. Bei mir wurden gleichzeitig Zöliakie und Laktoseintoleranz diagnostiziert. Wegen einer Schilddrüsenunterfunktion versuche ich auch so gut wie möglich auf Soja zu verzichten – gar nicht so leicht, wenn man auch laktosefrei lebt. Also ernähre ich mich nicht ganz freiwillig so. Die Laktoseintoleranz ist in der letzten Zeit aber wieder etwas besser geworden, so dass ich ab und zu ein kleines Stückchen Schokolade (natürlich glutenfrei) essen kann und bei Medikamenten nicht mehr so sehr auf den Laktosegehalt achten muss.
Seit wann lebst du mit deiner Ernährung und wie setzt du das in deinem Arbeitsalltag um?
Seit 2009 lebe ich gluten- und laktosefrei. Seit dem Tag, an dem ich die Diagnose bekommen habe. Ich kann mich noch an den Morgen erinnern, als ich von meinem Arzt kam und das erste Mal glutenfreies Brot gekauft habe. Die Eingewöhnungszeit war schon eine Herausforderung. Aber hier macht auch Übung den Meister. Am Anfang hat es Ewigkeiten gedauert, bis man die ganzen Zusatzstoffe auf den Etiketten durchgearbeitet hatte. Das geht dann mit der Zeit alles schneller!
Im Alltag ist es (fast) kein Problem mehr glutenfrei zu leben. Zu Hause bin ich super darauf eingestellt und für unterwegs nehme ich mir immer etwas mit.
Wenn du auswärts isst, erkundigst du dich immer schon vorab?
Jein. Manchmal höre ich von Cafés oder Restaurants, die spezielle glutenfreie Sachen anbieten, wie z.B. Pizza, Pasta, Kuchen oder etwas, was „normal“ Gluten enthalten würde. Die möchte ich dann natürlich sofort besuchen. Aber wenn man sonst mit Freunden spontan essen geht, dann muss ich zugeben, dass ich mich vorher nicht ausgiebig informiere. Ich freue mich dann immer, wenn ich etwas Glutenfreies bekomme.

Anna Greta Glutenfreiumdiewelt
Wenn du spontan essen gehst, findest du immer etwas auf Speisekarten?
Zur Not finde ich immer einen Salat. Mit Essig- und Öldressing gibt es dabei meist keine Probleme. Ofenkartoffeln oder Pommes kann ich auch recht oft essen. Ich lasse mich auch gerne überraschen- manche Restaurants zaubern dann auf einmal glutenfreie Brötchen aus dem Gefrierer und reichen sie zum Essen.
Wenn nicht, wie reagieren die Mitarbeiter in den Lokalen?
Das ist gemischt. Es gibt drei Arten von Lokalen: Die, die sich super auskennen und denen ich sofort vertraue, weil sie von selbst auch mögliche Kontaminationen ausschließen und all meine Fragen auf Anhieb beantworten können.
Dann die, die sich gar nicht auskennen. Hier kommt es mir oft vor, als wenn sie persönlich beleidigt sind, wenn ich nichts essen möchte. Sie begreifen das das Problem einfach nicht. In ihren Augen ist es nicht schlimm, wenn ein paar Krümel Brot oder Spuren von Gluten am Essen sind – das kann ja nicht so schlimm sein, das Bisschen! Der beste Spruch war hier bisher „Ne, das wurde gekocht, da ist kein Gluten mehr dran“. Hier wird Gluten auch oft mit Glutamat verwechselt.
Und dann die, die auf diesen „glutenfreien“ Zug aufgesprungen sind, ohne sich wirklich damit auszukennen und meinen, dass sie so ihren Umsatz steigern können. Das ist mir letztens in einer Eisdiele wieder bewusst geworden. Draußen wird auffällig mit glutenfreiem Eis und Eishörnchen geworben. Leider wird auch mit den glutenhaltigen Hörnchen über den Eisbehältern herumgekrümelt und auch der gleiche Eisportionierer verwendet.
Für Nicht-Betroffene mag das verrückt und nach Anstellerei klingen, aber so ist es bei Zöliakie nun einmal. Da darf leider kein Spürchen Gluten im Essen sein! Kurzzeitig bekommt man vielleicht nur Bauchweh, aber auf lange Sicht droht Krebs, wenn die strikte Diät nicht eingehalten wird.
Ist es dir schon passiert, dass du ein Lokal ohne zu essen verlassen hast?
Ja, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, dann trinke ich einfach nur etwas, wenn ich mir nicht wirklich sicher sein kann. Und in dem Eiscafé von oben habe ich auch nichts gegessen☺.
Ich versuche zwar immer alles in Ruhe zu erklären, aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht verstanden oder ernst genommen werde, dann verzichte ich lieber. Ich erwarte gar nicht, dass sich jeder mit allen Allergien auskennt – da darf man auch nicht ungehalten werden. Ich würde mir wünschen, dass einfach jeder respektvoll damit umgeht und einem die Möglichkeit gibt, verstanden zu werden.
Wenn du privat eingeladen bist, gibt es da immer etwas Passendes für dich?
Hier muss ich meiner Familie und meinen Freunden wirklich einmal DANKE sagen! Wenn ich bei meinen Eltern bin, gibt es keine Probleme. Sie haben sogar extra Backformen, wenn sie für mich backen. Und meine Freunde geben sich die größte Mühe. Ich finde es immer toll, wenn ganz viel nachgefragt wird oder man zusammen kocht. Für mich ist es so wichtig, dass ich guten Gewissens essen kann und weiss, wie etwas zubereitet wurde. Es liegt auch immer schon frisches Backpapier und alles für mich bereit, wenn ich bei Freunden eingeladen bin, damit auch ja nichts an mein Essen kommt. Mir macht es aber auch nichts aus, wenn ich selbst etwas mitbringe. Manchmal ist es mir auch unangenehm, wenn ich mit meinen ganzen „Sonderwünschen“ ankomme. Natürlich mache ich das nicht extra, aber ich bereite da nicht so gerne solche Umstände.

Ich bin Anna Greta, 29 Jahre alt und schreibe auf http://www.glutenfreiumdiewelt.de über das Reisen mit der Autoimmunkrankheit Zöliakie. Meine größte Leidenschaft ist das Reisen. Ich liebe es, andere Kulturen kennenzulernen und noch unbekannte Ecken der Welt zu entdecken. Die Zöliakie ist dabei mein ständiger Begleiter – auf meinem Blog gebe ich Tipps für andere Betroffene, erzähle über meine „glutenfreien“ Erlebnisse unterwegs und versuche oft auch Mut zu schenken trotz der Krankheit in die Welt hinaus zu ziehen. Ab und zu verrate ich auch ein glutenfreies Kochrezept, das ich von Reisen mitgebracht habe oder mich an wunderschöne Erlebnisse unterwegs erinnert.
Für „Nicht-Betroffene“ erzähle ich meine Reisegeschichten und gebe gerne meine persönlichen Highlights einzelner Destinationen weiter.
Meine Blog-Fanseite findet man unter http://www.facebook.com/glutenfreiumdiewelt

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Möhren-Mango Suppe

*** glutenfrei – laktosefrei – sojafrei – vegan ***
Eigentlich müsste das Rezept schwedisch-asiatische Möhren-Mangosuppe heißen! Ich gebe zu, dass es sich etwas verwirrend anhört. Einerseits erinnert es mich an meine Asienreisen – durch Kokosmilch und einen Hauch von Ingwer, könnte man meinen (wenn es nicht gerade wieder so kalt wäre), dass man irgendwo auf einem Plastikstühlchen an einer Garküche sitzt und das Treiben auf der Straße beobachtet. Aber wie kommt das Schwedische in den Namen? Nein, der in Schweden so beliebte Zimt kommt nicht in die Suppe. Für mich ist es einfach eine Erinnerung an den Abend, als ich die Suppe zum ersten Mal gegessen habe: Bei einer lieben schwedischen Freundin in Berlin!

Zutaten:
1 Knoblauchzehe
1 kleine Charlotte
etwas (Kokos)Öl zum Anbraten
1 Paket Möhren
1 Mango (wenn ihr viel beim Kochen von der Mango nascht, dann eher 1,5 Früchte)
ca. 400 ml Wasser zum Kochen
Ein kleines Stückchen Ingwer (je nach Geschmack)
1 Dose Kokosmilch (400 ml)
Etwas Chili, Salz und ein wenig Pfeffer
Viel Liebe <3

Zunächst werden die Möhren geschält und in Stücke geschnitten.
Danach werden die Zwiebeln und der Knoblauch geschält, gepresst, bzw. kleingehackt und im Kochtopf mit ein bisschen Öl angebraten. Hierfür nehme ich meist Kokosöl, da es so schön geschmacksneutral ist. Sonnenblumenöl oder so etwas in die Richtung geht natürlich auch! Gebt Acht, dass es nicht anbrennt.
Danach werden die Möhren mit in den Topf gegeben und das Ganze wird mit Wasser abgelöscht. Meist gieße ich so viel Wasser hinzu, dass die Möhren bis zu 1/2 – 2/3 bedeckt sind. Nun werden sie fast gar geköchelt.
Währenddessen wird schnell die Mango geschält und in Stücken mit in den Topf gegeben. Auch der Ingwer wandert klein geschnitten in den Topf.
Mit einem Messer piekse ich zwischendurch immer mal in die Möhrenstücke um zu sehen, wie weit sie sind.
Wenn sie recht gar sind, wird alles mit dem Pürierstab zerkleinert. Zieht euch vorher eine Schürze an – das gibt meist eine kleine Sauerei und dauert ein paar Minütchen, bis es gut püriert ist!
Dabei wird die Kokosmilch hinzu gegeben, sodass eine cremige Suppe entsteht. Je nach Geschmack kann die Konsistenz mit Zugabe von etwas Wasser noch flüssiger gemacht werden.
Danach geht es ans Abschmecken. Je nach Lust und Laune kommen Chili, Salz und ein bisschen Pfeffer hinzu. Seid dabei vorsichtig – nach und nach zieht die Suppe noch etwas durch. Nicht, dass es hinterher zu stark gewürzt ist! Für mich gehört in eine Suppe auch immer ein Schuss Essig. Ich nehme für die Suppe meist Reisessig, aber natürlich kann es auch eine andere Sorte sein, die ihr gerade zu Hause habt! Gebt hier Acht, dass ihr beim Asiaten keinen Reisessig mit Weizen erwischt!

Manchmal kommt noch etwas Honig mit in die Suppe – aber dann hat sich das mit dem veganen Süppchen erledigt. Aber auch hier gilt – ganz nach eurem eigenen Geschmack!

Meine angegebene Menge reicht für 4-5 Personen.

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