Ein Plädoyer für das Kauen und über die Unsinnigkeit sich ohne medizinische Gründe flüssig zu ernähren

Zuletzt aktualisiert am 26. Januar 2021 um 11:11
Heute gibt es einmal kein Rezept, keine Restaurantempfehlung und auch keine persönliche Krankengeschichte, sondern ein paar Gedanken zu flüssiger Ernährung.
Es ist Fastenzeit und meine Social Media Kanäle gehen über mit unzähligen Fastenvorschlägen und Tipps. Besonders häufig lese ich nun, man soll sich in den kommenden Tagen und Wochen von Smoothies und Suppen ernähren.
Detox und clean eating. Brei, Porridge und Overnight Oats. Ein Teil dieser Ernährungsformen findet sich aus leicht nachvollziehbaren Gründen auf meinem täglichen Speiseplan. Grüne Smoothies ermöglichen mir Obst und Gemüse in roher Form zu mir zu nehmen. Dicke Suppen sind ein Hauptnahrungsmittel, genauso wie breiige Gerichte. Darüber hinaus versuche ich ständig meinen Speiseplan durch andere Zubereitungsformen zu erweitern.
Meine Kau- und Schluckeinschränkung erlaubt mir nicht mehr festere Nahrung zu mir zu nehmen. Deshalb bin ich natürlich froh auf solche Gerichte zurückgreifen zu können.
Warum aber viele Menschen gerade jetzt in der Fastenzeit und oftmals das ganze Jahr über flüssiges Obst und Gemüse und Brei in allen Varianten zu sich nehmen, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Zähne sind zum Kauen da
Es macht durchaus Sinn, dass wir unsere Zähne zu dem verwenden, wofür sie vorgesehen sind, nämlich zum Kauen. Wer kaut, der regt den Speichelfluss an und produziert somit eine Speichelqualität, die Säuren besser neutralisieren kann. Der Verdauungsprozess beginnt schon in der Mundhöhle, wer nicht kaut, behindert diesen Prozess und somit auch eine wichtige Enzymbildung.
Kauen ist wichtig für die gleichmäßige Belastung der Zähne und deren Erhalt. Und dieser wiederum spielt eine große Rolle für das Wohlbefinden unseres Hals- und Nackenbereiches. Wer nicht kaut, vernachlässigt nicht nur die Kaumuskulatur, sondern auch die umliegende Nackenmuskulatur. Der Verzicht auf Kauen verursacht auf längere Sicht eine Verkrampfung der Muskulatur im Kopfbereich. Ein regelmäßiger Kauvorgang ist auch wichtig für das Zahnfleisch, das wiederum den Kieferknochen hält.
Nicht besonders neu ist, dass langes und aufmerksames Kauen dazu führt, dass man automatisch weniger isst und somit auch leichter an Gewicht verliert, sofern das erwünscht ist.
Kauen gegen Verspannung
Kauen regt übrigens die Durchblutung im Kopf an und somit auch die Hirntätigkeit. Man könnte fast sagen, kauen macht schlau. Es gibt auch Hinweise, dass Kauen den Alterungsprozess verlangsamen kann, deshalb ist es auch so wichtig die eigenen Zähne zu erhalten.
Wenn man all diese positiven Aspekte und noch andere mehr kennt, dann sollte man überlegen, weshalb man als gesunder Mensch auf eine wichtige Körperfunktion, wie das Kauen freiwillig verzichtet. Wesentlich mehr zu empfehlen wäre es, Obst und Gemüse im festen Zustand zu sich zu nehmen, roh oder schonend gegart, wenn man eine gute Kaufunktion aufweisen kann.
Der Konsum von reinen Obst-Smoothies sollte auch sehr eingeschränkt erfolgen, da sie einen hohen Zuckergehalt aufweisen. Wenn schon, dann sollte ein großer Teil aus grünen Anteilen bestehen. Trotzdem meine ich, wer funktionstüchtige Zähne hat, der sollte sie auch einsetzen. Auch in der Fastenzeit.
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