Salzburger Nockerl und ein Besuch im Schloss Leopoldskron

Spätestens seit Karl Lagerfeld im letzten Dezember eine Chanel-Kollektion im Schloss Leopolskron präsentiert hat, kennt man das wunderschöne Rokoko-Schloss im Salzburger Stadtteil Riedenburg. 



Ich habe das große Glück wenige Meter entfernt zu wohnen. Im Sommer laufe ich gerne um den dazugehörigen Weiher und im Winter spaziere ich bei Schönwetter dort hin. Wir Einheimischen haben ganz selten Gelegenheit, auch ins das Innere zu gelangen, denn das Gebäude ist im Besitz des Salzburg Global Seminar und dient hauptsächlich als Location für internationale Zusammenkünfte. 



Vor gut einem Jahr wurde ein Teil des Gebäudes als Hotel adaptiert. Einmal im Monat öffnen sich auch die Türen für Gäste zum Sonntags-Brunch, der Monate im Voraus ausgebucht ist.
Es gibt in Salzburg seit einiger Zeit eine monatliche Veranstaltung, die unter dem Namen Sprechende Häuser uns Einheimischen die Möglichkeit gibt, bekannte Häuser zu besichtigen. Und dieses Mal stand das Schloss Leopoldskron auf dem Plan.

Das Haus hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Es wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Erzbischof Firmian erbaut und blieb beinahe ein Jahrhundert im Besitz der Familie. Unter anderem zählte dazu sein Neffe Graf Laktanz, der ein früher Förderer Mozarts und ein begnadeter Kunstsammler war.   Danach befand es sich mitunter im Eigentum des Bayernkönig Ludwig I. und wurde 1918 vom Gründer der Salzburger Festspiel Max Reinhard erworben. Das Anwesen wurde nach dem Anschluss enteignet und nach dem Krieg an die Familie des mittlerweile verstorbenen Reinhardt zurückgegeben. Diese verkaufte das desolate Gebäude. Leopoldskron kennt man aus dem Filmklassiker Sound of Music, der zwar weltweit sehr zur Bekanntheit Salzburgs beiträgt, aber von uns Salzburgern kaum wahrgenommen wird.


Leopoldskron-Mozart-Festspiele-Sound of Music. 

Da reihen sich Salzburger Nockerl wunderbar in die Liste der Salzburg Merkmale. Diese typische Salzburger Nachspeise wird interessanter Weise hauptsächlich in der Gastronomie und selten zu Hause serviert. Als Erfinderin wird oft Salome Alt genannt. Sie war die Geliebte  von Erzbischof Wolf Dietrich und die Mutter der 15 gemeinsamen Kinder. Die Herstellung ist gar nicht so einfach und hängt auch sehr vom Backrohr ab. 



Salzburger Nockerl

2 Portionen

5 Eiklar
3 Eidotter
3 Esslöffel Backzucker
3 Esslöffel Mehl
1 Teelöffel Vanillezucker
6 Esslöffel Preiselbeermarmelade
Butter für die Form



Eiklar sehr steif schlagen und Zucker und Vanillezucker einrieseln lassen.  Mehl und Dotter vorsichtig unterheben.
Backform mit Butter einfetten und die Marmelade auftragen. Die Eimasse in Form von Nocken aufsetzen. Bei 200 Grad 12 Minuten backen. Während der Backzeit nicht öffnen! Mit Staubzucker bestreuen und sofort servieren.


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